Zwei Ampeln bis zum Airport

17. Dez. 2016

Willich, nur wenige Kilometer von Düsseldorf entfernt, ist ein beliebter Standort für Unternehmen aus aller Welt.
In der stadteigenen Grundstücksgesellschaft kümmern sich Willy Kerbusch und sein Team um das Thema Flächen.

Bis zum Internationalen Airport sind es dank der guten Autobahnanbindung nur zwei Ampeln

Christian Hehnen legt die neueste Broschüre der Grundstücksgesellschaft der Stadt Willich (GSG) auf den Schreibtisch: „Freiräume für Ihren Erfolg“ ist in vier Sprachen verfasst. Neben Deutsch und Englisch sind das Japanisch und Chinesisch. Die Beziehungen zwischen der 51.000-Einwohner-Stadt, die an Mönchengladbach, Krefeld und den Rhein-Kreis Neuss grenzt, und Fernost sind traditionell hervorragend. Bereits Mitte der 80er-Jahre kamen die ersten japanischen Unternehmen nach Willich. Der GSG-Prokurist Christian Hehnen nennt Namen wie Pioneer, Hitachi Power Tools und Toyo Tires. Beispiele für deutsche Firmen sind die Mertens AG, die unter anderem ganze Bürokomplexe einrichtet, und die Firma Jongen Werkzeugtechnik GmbH. Mehr als 800 Unternehmen aus 21 Nationen haben in Willich ein neues Zuhause gefunden – nicht zuletzt mit Hilfe der Grundstücksgesellschaft.

Ackerland zu Bauland

Die Stadttochter wurde 1985 als eigenständiges Unternehmen gegründet. Sie kauft Ackerland, um es – umgewandelt in Bauland – Investoren anzubieten. Und das mit großem Erfolg: „Seit der Gründung haben wir etwa 2,2 Millionen Quadratmeter verkaufen können“, erzählt Geschäftsführer Willy Kerbusch. Zu seinem Team gehören neben Christian Hehnen noch Vize-Chefin Andrea Ritter sowie Martina Stall. Alle bekleiden in Personalunion Ämter in der Stadtverwaltung. So ist Willy Kerbusch Kämmerer und Martina Stall Technische Beigeordnete. Andrea Ritter leitet den Geschäftsbereich Wohnen und Gewerbe, ihr Kollege Hehnen ist Wirtschaftsförderer. Trotz dieser engen Verzahnung mit der Verwaltung könne die GSG agieren wie ein normales privatwirtschaftliches Unternehmen, betont Kerbusch. So müsse beispielsweise kein potenzieller Käufer darauf warten, dass der Stadtrat für ein Projekt grünes Licht gebe. „Die politischen Entscheidungen fallen lange im Voraus.“ Zudem hätten die Unternehmen dank dieser Konstellation den Vorteil, dass sie bei einer anstehenden Ansiedlung oder Vergrößerung automatisch gleich einen städtischen Ansprechpartner hätten

Viele Fachkräfte in der Region

Das Erfolgsmodell der GmbH unter kommunalem Dach hat im Laufe der Jahre fünf Gewerbegebiete geschaffen: Münchheide I bis IV sowie Stahlwerk Becker. Einige Flächen zwischen 1.100 und 11.500 Quadratmetern im Bestand sind noch frei. Außerdem laufen bereits erste Planungen für Münchheide V und VI. Besonders gefragt ist Willich beim Mittelstand. Doch die Palette der ansässigen Unternehmen reicht vom kleineren Handwerksbetrieb bis zum Konzern. Diverse Branchen sind vertreten. Die Verantwortlichen in Willich wollen nicht verhehlen, dass die Lage zu Düsseldorf ein großer Pluspunkt ist. „Bis zum Internationalen Airport sind es dank der guten Autobahnanbindung nur zwei Ampeln“, sagt Hehnen. „Von manchen Stellen in Willich aus ist es sogar nur eine Ampel.“ Das Fachkräftepotenzial im Umland sei ausgezeichnet, man denke nur an die Hochschule Niederrhein mit ihren Standorten in den benachbarten Metropolen Krefeld und Mönchengladbach.

Auch mit dem „weichen Faktor“ Lebensqualität kann die GSG punkten: Wer einmal eine laue Sommernacht bei den Schlossfestspielen im Stadtteil Neersen erlebt hat, wird diese wunderbare Erfahrung nicht so schnell vergessen: Shakespeare und Co. vor historischer Kulisse - auch das ist Willich.

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Kurzinterview mit
Willy Kerbusch, Martina Stall und Christian Hehnen

Wo gehen Sie gerne essen?
Willy Kerbusch: Ich gehe gerne ins „In Vino Veritas“.
Christian Hehnen: Da schließe ich mich an.
Martina Stall: Ich gehe gerne bei „Lepsy's“ essen.

Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Martina Stall: Alle Fischgerichte.
Christian Hehnen: Ich liebe Düsseldorfer Senfrostbraten.
Willy Kerbusch: Ich bevorzuge den Rheinischen Sauerbraten.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?
Willy Kerbusch: Das „Castello“ im Schlosspark Neersen.
Christian Hehnen: Ich mag das Freizeitbad „De Bütt“.
Martina Stall: Ich spiele gerne auf der Golfanlage Duvenhof.

FAKTEN
Gründung
die GSG gibt es seit 1985.

Gesellschafter
Stadt Willich mit 84,13 Prozent, Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen AG mit 15,87 Prozent.